Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 126 - 26.02.2016

Gemeinsame Pressemeldung, DGB, IG Chemie und IG Metall: Industriepark Griesheim muss bleiben

Die Frankfurter Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) hat in einem Interview an der Existenz des Industrieparks Griesheim gerüttelt. Die Firmen sollten in den Industriepark Höchst umgesiedelt werden, hatte sie gefordert – dies weisen DGB und Industriegewerkschaften mit Nachdruck zurück.

Denn nicht nur, dass seitens der grünen Rathausfraktion weitere Flächen für Industrieansiedlung und Wohnungsbau abgelehnt werden, jetzt sollen auch noch die ohnehin knappen Industrieflächen erheblich reduziert werden. Dies ist völlig unsinnig und widerspricht auch dem von der Stadt erarbeiteten Masterplan Industrie. „Es ist an der Zeit, dass sich die Grünen aus der Rolle der Verhinderer und Vermeider verabschieden – Zukunft gestalten geht anders“, sagte der Frankfurter DGB-Chef Harald Fiedler. „Wenn keine Wertschöpfung mehr stattfindet, ist das soziale Leben einer modernen Großstadt schnell am Ende. Und damit auch die Chance für viele nachhaltige grüne Projekte.“

In dem traditionsreichen Industriepark in Griesheim, der seit 160 Jahren besteht, arbeiten 750 Menschen. In der Vergangenheit haben sich mehrere Unternehmen neu angesiedelt, weitere Verhandlungen sind am Laufen. Die Freiflächen in diesem Industriepark sind ein großes Potenzial für die Stadt. „Dies alles leichtfertig auf Spiel zu setzen, bedeutet für die wirtschaftliche Zukunft der Stadt den finanzpolitischen Ausverkauf“, meinte Ralf Erkens, Bezirksleiter der IG BCE Rhein-Main. Zudem koste die Umsiedlung von Unternehmen enorm viel Geld.

Die Industrie trägt als größter Gewerbesteuerzahler enorm zur Finanzausstattung von Frankfurt bei. Daher hat die Stadt auch - unter anderem gemeinsam mit den Gewerkschaften – den Masterplan Industrie erarbeitet, dem alle Fraktionen im Römer zugestimmt haben. In diesem Masterplan ist deutlich formuliert, dass künftig mehr Industrieflächen benötigt werden. Alleine für Chemie und Pharma bestehe ein Bedarf von zusätzlich 40 Hektar. "Wir haben 3 Jahre am Masterplan Industrie gearbeitet‎ und einen Konsens aller Parteien erreicht, auch mit den Grünen. Jetzt einen Ausverkauf der Industriefläche in Griesheim zu fordern geht gar nicht," sagt Michael Erhardt, erster Bevollmächtigter der IG Metall Frankfurt.


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