Deutscher Gewerkschaftsbund

04.01.2017

DGB Wiesbaden: Es gilt die Geschichte wach zu halten.

Ein Wiesbadener Gewerkschafter im Kampf gegen den Faschismus

Konrad Arndt, gelernte Metallarbeiter aus einem sozialdemokratischen Elternhaus in Elmshorn, ging nach dem Ersten Weltkrieg zunächst als fahrender Handwerksgeselle auf Wanderschaft. Seit 1923 wirkte Arndt in Bautzen als Arbeitersekretär beim Deutschen Metallarbeiter-Verband. 1926 trat er in Wiesbaden die Stelle des Arbeitersekretärs beim Ortsausschuss des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes an. Arnd engagierte sich zugleich als lokaler Anführer der Republikschutzorganisationen Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold und Eiserne Front im Abwehrkampf gegen den immer bedrohlicher heraufziehenden NS-Faschismus. Am 24. März 1933 verübten drei SA-Leute in Zivil auf den SPD-Stadtverordneten ein Messerattentat, bei dem er lebensgefährlich verletzt wurde. Der Versuch der Nationalsozialisten, ihn gleichwohl zur Mitarbeit in ihrer Zwangsorganisation Deutsche Arbeitsfront zu gewinnen, scheiterte an seiner Gesinnungstreue. Trotz ständiger Observation, Haussuchungen und mehrmaligen tage- wie auch wochenlangen Inhaftierungen hielt er den Kontakt zu einer Gruppe von Gesinnungsgenossen aufrecht, die konspirativ mit Oppositionskreisen im nahen Frankfurt verbunden war.

Im Sommer 1935 wurde er erneut festgenommen und wurde bis Herbst 1938 in verschiedenen Konzentrationslagern inhaftiert. Nach seiner Freilassung betätigte er sich wiederum antinazistisch. Bei einer Dienstfahrt von Brüssel zurück nach Frankfurt, 1939, verunglückte er unter letztlich ungeklärten Umständen tödlich. Seine Urne wurde im Familiengrab auf dem Frankfurter Hauptfriedhof beigesetzt. In Wiesbaden sind eine Straße, das Alte Gewerkschaftshaus in der Wellritzstraße sowie eine Altenwohnanlage der Arbeiterwohlfahrt im Stadtteil Bierstadt nach Konrad Arndt benannt.

Wir veröffentlichen, mit bestem Dank an den Autor, hier die sehr empfehlenswerte Broschüre „Konrad Arndt. Ein Wiesbadener Gewerkschafter und Sozialdemokrat im Kampf gegen den Faschismus“ von Dr. Axel Ulrich, erschienen im Jahr 2001.

Konrad Arndt. Ein Wiesbadener Gewerkschafter und Sozialdemokrat im Kampf gegen den Faschismus. Mit einem Beitrag von Hajo Rübsam zur Geschichte des Alten Gewerkschaftshauses in Wiesbaden. IG Metall Verwaltungsstelle Wiesbaden-Limburg und Verein Volkshaus J. P. (Hrsg.), Wiesbaden 2001.

 


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