Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 226 - 02.07.2020

DGB: Azubi-Wohnheim aus dem Koalitionsvertrag endlich umsetzen

Der DGB fordert die Römer-Koalition aus CDU, SPD und Grünen auf, das im Koalitionsvertrag festgeschriebene Azubi-Wohnheim umzusetzen. „Bis zur Kommunalwahl sind es nur noch wenige Monate, es wäre jetzt die letzte Chance, dieses Projekt anzustoßen“, so der Frankfurter DGB-Vorsitzende Philipp Jacks.

Nach seinen Vorstellungen soll die städtische Baugesellschaft AGB Holding beauftragt werden, das im Masterplan Industrie festgeschriebene Wohnheim zu realisieren. Das Argument, damit könne man kein Geld verdienen, will er nicht gelten lassen: „Hier geht es um die gemeinschaftliche Verantwortung der Fachkräftesicherung in Frankfurter Unternehmen und des Wohnraums für Azubis. Da darf es einer städtischen Gesellschaft nicht um Profit gehen, ein Nullsummenspiel sollte ausreichen“.

Im Masterplan Industrie sind die Leitlinien der zukünftigen industriepolitischen Entwicklung in Frankfurt festgeschrieben. Sie wurden gemeinsam von Gewerkschaften, Arbeitgebern, Kammern und Kommunalpolitik erarbeitet und im Koalitionsvertrag zur „schnellen Umsetzung“ festgeschrieben.

„Die Lage auf dem Wohnungsmarkt für Auszubildende in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet ist katastrophal. Gerade jetzt, wo im Zuge der Corona-Krise über nachhaltige Investitionen und Konjunkturprogramme gesprochen wird, ist es zentral auch in die Zukunft der Ausbildung zu investieren“, so der Frankfurter DGB-Vorsitzende Philipp Jacks. „Auch große, renommierte Arbeitgeber haben Nachwuchsprobleme, weil junge Menschen keine Bleibe in der Region finden.“

Aufgrund der hohen Mieten können junge Menschen, die während ihrer Ausbildung verhältnismäßig geringe Vergütungen erhalten, in Frankfurt kaum Fuß fassen. Die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung hatte bereits vor geraumer Zeit, auch nach Bemühen des DGB, einhunderttausend Euro für die Projektentwicklung in diesem Bereich genehmigt.

„Wir freuen uns darüber, dass es in Frankfurt eine grundsätzliche Bereitschaft dafür gibt, erschwinglichen Wohnraum auch für Auszubildende zu schaffen. Jetzt muss es darum gehen, sich zeitnah darüber zu verständigen, wer Träger eines Azubiwohnheims sein kann, wie die Finanzierung sichergestellt wird und welche Liegenschaften hier in Frage kommen", so Jacks.


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