Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 083 - 18.12.2014

DGB: Mehr als 4,8 Prozent der Frankfurter werden vom Mindestlohn profitieren

Ab 1. Januar 2015 gilt der allgemeine gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Laut DGB-Berechnungen müssen zurzeit in der Stadt Frankfurt etwa 18.000 sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigte mit weniger als 8,50 Euro Stundenlohn auskommen (Bruttoverdienst bis zu 1500 Euro/Monat*). Das heißt: 4,8 Prozent der insgesamt 393.907 sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten in Frankfurt werden von der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns profitieren.

Der DGB geht davon aus, dass bei den 128.689 sozialversicherten Teilzeitbeschäftigten in Frankfurt und insbesondere bei den 29066 Minijobs, der Anteil derjenigen, die vom Mindestlohn profitieren werden, noch deutlich höher liegt. Regionale Angaben sind jedoch wegen mangelnder statistischer Grundlagen nicht möglich. Landesweit werden etwa zwei Drittel der Minijobberinnen und Minijobber vom Mindestlohn profitieren.

Bundesweit arbeiten deutlich mehr Frauen im Niedriglohnbereich als Männer. Dieser Trend zeigt sich auch in Frankfurt. Während 4,0 Prozent der vollzeitbeschäftigten Männer in Frankfurt brutto weniger als 1.500 Euro monatlich verdienen, liegt der Anteil der Frauen bei 6,1 Prozent.

DGB-Regionsgeschäftsführer Harald Fiedler ist überzeugt, dass der gesetzliche Mindestlohn zu mehr Gerechtigkeit führen wird. „Auch die Akzeptanz bei den Unternehmen wird zunehmen, wenn sie sicher sein können, dass der Mindestlohn auch von der Konkurrenz bezahlt wird“, sagt Harald Fiedler. Wichtig sei allerdings eine wirksame Überwachung. „Den Mindestlohn zu umgehen, ist kein Kavaliersdelikt“, so Fiedler. Wenn Arbeitgeber gegen das Mindestlohngesetz verstoßen, müssen sie mit Geldbußen bis zu 500.000 Euro rechnen. Wem der Mindestlohn vorenthalten werde, könne bis zu drei Jahre später Klage einreichen. Harald Fiedler weist darauf hin, dass tariflich ausgehandelte Branchen-Mindestlöhne ihre Gültigkeit behalten und nicht mit Hinweis auf den gesetzlichen Mindestlohn gekürzt werden können.

Mehr Informationen zum Mindestlohn unter www.mindestlohn.de

Bruttoarbeitsentgelt im Monat

Männer

absolut

in v. H.

Frauen

absolut

in v. H.

insgesamt

absolut

in v. H.

bis 1.400 €

7773

3,3

6677

4,9

14450

3,9

1.401-1.500 €

1665

0,7

1552

1,2

3187

0,9

über 1.500 €

227710

95,9

125735

93,9

353445

95,2

insgesamt

15.187

100

135842

100

374703

100

Quelle: Berechnungen des DGB-Frankfurt

* Grundlage der DGB-Berechnungen: Rein rechnerisch müssten alle Vollzeitbeschäftigten, die bisher bei einer 39-Stunden-Woche und im Schnitt 4,35 Arbeitswochen weniger als 1.442 Euro brutto im Monat erhalten haben, bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro mehr verdienen. Nach der amtlichen Entgeltstatistik verdienten in Frankfurt bisher 14450 Vollzeitbeschäftigte weniger als 1.400 Euro brutto im Monat. Bei den Arbeitgebermeldungen zur Sozialversicherung werden aber auch einmalige Zahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld, Überstundenzuschläge, Gefahrenzulagen etc. anteilig berücksichtigt. Da auch Beschäftigte im Niedriglohnbereich teils in den Genuss der genannten Zuschläge wie bei Überstunden kommen und zum Teil auch länger arbeiten, gehen die DGB-Berechnungen von einer Verdienstgrenze von 1.500 Euro brutto im Monat aus.

Im Januar 2015führt der DGB an verschiedenen Frankfurter Bahnhöfen in der Rhein-Main-Region Pendlerverteilaktionen durch.

 

 


Nach oben
Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis

DGB Büro in Frankfurt am Main