Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 064 - 10.03.2014

DGB-Protest gegen Bundeswehr auf Wiesbadener Ausbildungsmesse

 

DGB protestiert gegen Bundeswehr auf   Wiesbadener Ausbildungsmesse

Anlässlich der Wiesbadener Ausbildungsmesse hat der DGB Kreisverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus eine Aktion vor den Eingängen der Messe angekündigt. Grund dafür ist, dass auch die Bundeswehr einen Stand auf der Messe angemeldet hat. Thomas Eilers, DGB-Kreisvorstandsmitglied für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begründet diese Aufklärungsaktion: „Mit Auftritten an Schulen und auf Ausbildungs- oder Jobmessen will die Bundeswehr Jugendliche für den ‚Dienst mit der Waffe‘ gewinnen, für militärisches Denken und Handeln. Dabei nutzt man die wachsende Perspektivlosigkeit aus.“ Denn während immer mehr Jugendliche von Ausbildungsplatzmangel, Leiharbeit, oder Hartz IV bedroht oder sogar betroffen seien, verspräche die Bundeswehr gute Bezahlung und einen sicheren Arbeitsplatz und versuche damit gezielt, junge Menschen zu gewinnen. Auch durch Werbeveranstaltungen der Bundeswehr in Arbeitsagenturen würde versucht, die Hoffnungslosigkeit der Betroffenen zu missbrauchen. „Dass ‚Bundeswehr‘ vermehrt ‚Kriegseinsatz‘ bedeutet, fällt in geschönten Werbeauftritten oft hinten runter. Soldatinnen und Soldaten müssen bereit sein, auf Befehl zu töten. Auch gehen sie ein hohes Risiko ein, selbst getötet oder Opfer traumatischer Erlebnisse zu werden.“ so Eilers weiter.

Die Neutralität von Schule und Ausbildung wird bei Werbemaßnahmen in Schulen nach Meinung des DGB-Kreisvorstands ebenso verletzt, wie der Bildungsauftrag zur Friedenserziehung laut Landesverfassung und Grundgesetz. Das Schulgesetz schreibe vor, dass Schule zur Friedensgesinnung erziehen soll. Dafür seien die ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrer selbst am besten geeignet. „Jugendliche haben ein Recht auf eine Zukunft ohne Krieg und auf ein Leben in Frieden. Militärs haben an zivilen Bildungseinrichtungen und in Arbeitsämtern nichts zu suchen. Wir wollen weder offene noch verdeckte Werbung an Schulen oder auf Ausbildungsmessen“, so der Wiesbadener DGB-Vorsitzende Philipp Jacks.

Hintergrund:

Auf der alle vier Jahre stattfindenden Bezirkskonferenz des DGB Hessen-Thüringen wurde am 25. Januar 2014 beschlossen, dass der DGB Hessen-Thüringen sich gegen jegliche Einflussnahme der Bundeswehr auf öffentliche allgemeinbildende und berufsbildende Schulen sowie Hochschulen (ausgenommen Bundeswehruniversitäten) und andere Bildungseinrichtungen positioniert.


Nach oben
Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis

DGB Büro in Frankfurt am Main