Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 025 - 16.12.2011

Nassauische Heimstätte

Die Wohnungsbaugesellschaft Nassauische Heimstätte in Frankfurt am Main mit ihren 16.000 Wohnungen ist für das soziale Gefüge in der Stadt von großer Bedeutung. Die Hessische Landesregierung hat durch die Äußerungen des Finanzministers Schäfer über die Verkaufsabsicht besagter Wohnungen die Mieterinnen und Mieter wieder einmal verunsichert. In der teuren Rhein-Main Region ist die Nassauische Heimstätte ein wichtiger Faktor auf dem Wohnungsmarkt, liegt doch ihre Quadratmeter-Miete in der Regel mit einem Euro unter dem Marktpreis.

Ein Aufkauf der Filetstücke des besagten Wohnungsbestandes in Frankfurt am Main durch die Helaba, wie von der Oberbürgermeisterin Petra Roth ins Spiel gebracht, würde die Wohnungen für die Mieter weniger sicher machen als bei der Nassauischen Heimstätte.

Fiedler fragt, wer gibt uns die Gewähr, dass die Helaba, die schon Eigentümerin der Wohnungsbaugesellschaft Neue Heimat Hessen ist, bei einem Kauf die beiden Wohnungsbaugesellschaften nicht zusammen führt und an die Börse bringt? Auch gingen bei einer Zerschlagung der Nassauischen Heimstätte die Aufgaben, die diese bisher bei der Stadtentwicklung oder beim Sozialmanagement wahrgenommen hat, verloren. Die anderen Bestände außerhalb Frankfurts könnten in einer „bad-Wohnungsholding“ landen, wobei hier den Spekulanten Tür und Tor offen stehen würde.

Von der Hessischen Landesregierung erwartet der DGB, so Harald Fiedler, von Verkaufsüberlegungen Abstand zu nehmen und sehr wohl anzuerkennen, dass auch das Land Hessen einen Auftrag im öffentlichen Wohnungsbau wahrzunehmen hat.  

Von den Verantwortlichen der Stadt Frankfurt am Main erwartet der DGB, so Fiedler, ein konsequenteres Gegenhalten gegen die Verkaufsabsichten der Hessischen Landesregierung. Bezeichnend ist, dass die Oberbürgermeisterin Roth zwar erklärt, mit ihr würde es keine Privatisierung geben, aber der CDU Kreisverbandsvorsitzende und OB Kandidat Boris Rhein zu diesem Thema schweigt. Als Mitglied der Hessischen Landesregierung hätte er es in der Hand, dort Frankfurter Interessen zu vertreten.

Mit der Gründung der Wohnungsbaugesellschaft Nassauische Heimstätte im Jahr 1922 war bewusst die Absicht verbunden Menschen mit niedrigem Einkommen Wohnen unter annehmbaren Bedingungen zu sichern. Hoffentlich kann das Unternehmen am 22. Mai 2012 sein 90 jähriges Bestehen feiern.

 

 

 

 


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