Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 006 - 06.02.2013

Altersarmut: Stabiles Rentenniveau nötig und finanzierbar

Der Vorsitzende der DGB-Senioren Frankfurt kritisiert die ergebnislose Koalitionsrunde zum Thema Rente und fordert die Stabilisierung des Rentenniveaus. Aktuelle Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung Bund zeigen, dass die Finanzierung eines stabilen Rentenniveaus auch trotz der zum 01.01.2013 erfolgten Senkung des Beitragssatzes machbar ist, ohne dass der Beitragssatz bis 2030 über 22 Prozent steigen muss. Die vollständige Überarbeitung des DGB-Rentenmodells wird der DGB in Kürze öffentlich vorstellen. 

Dazu sagte Karl Steiss, DGB-Vorsitzender Senioren Stadtverband Frankfurt, am Dienstag in Frankfurt am Main:

„Die Rentenpolitik der Koalition bleibt eine Nullnummer. Keiner der Vorschläge von Union und FDP hilft, die drohende Altersarmut wirksam zu bekämpfen. Eine Hauptursache der künftigen Altersarmut ist neben den Verwerfungen am Arbeitsmarkt das sinkende Rentenniveau bis auf 43 Prozent. Dadurch rutschen auch Durchschnittsverdiener in Richtung Altersarmut.

Die Stabilisierung des Rentenniveaus ist notwendig und finanzierbar, wenn die Bundesregierung die ab 2018 ohnehin geplanten Beitragssatzanhebungen in moderaten Schritten vorzieht.

Wenn der Rentenbeitrag nicht erst im Jahr 2018, sondern bereits ab dem nächsten Jahr in 0,2-Prozent-Schritten angehoben wird, steigt die Nachhaltigkeitsrücklage trotz der Stabilisierung des Rentenniveaus bis auf 54,8 Mrd. im Jahr 2030. Ohne eine rechtzeitige Anpassung des Beitragssatzes an die demografische Entwicklung bliebe die Nachhaltigkeitsrücklage trotz kräftiger Beitragserhöhungen nur knapp über der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestreserve von 0,2 Monatsausgaben. Die Zahlen zeigen, dass die Finanzierung eines stabilen Renteniveaus ohne übermäßige Belastungen machbar ist.“

Beitragssatz-Pläne der Bundesregierung

mit Nachhaltigkeitsfaktor
(Senkung des Rentenniveaus bis auf 43%)

Jahr

Beitrags-
satz
in %

Nachhaltig-
keitsrückl.
in Mrd. €

2012

19,6

29,4

2013

18,9

27,3

2014

18,9

25,8

2015

18,9

23,1

2016

18,9

19,0

2017

18,9

14,6

2018

18,9

8,1

2019

19,3

4,4

2020

19,8

5,0

2021

19,9

5,2

2022

20,1

6,1

2023

20,3

6,3

2024

20,5

6,4

2025

20,7

5,9

2026

21,0

6,6

2027

21,2

7,0

2028

21,4

6,9

2029

21,7

7,7

2030

21,9

7,8

 

DGB-Modell
(aktualisiert - Ausgangspunkt 18,9%)

ohne Nachhaltigkeitsfaktor
S
tabilisierung des Rentenniveaus

Jahr

Beitrags-
satz
in %

Nachhaltig-
keitsrückl.
in Mrd. €

2012

19,6

29,4

2013

18,9

26,5

2014

19,2

26,2

2015

19,4

27,0

2016

19,6

30,0

2017

19,8

36,1

2018

20,0

43,7

2019

20,2

52,5

2020

20,4

61,8

2021

20,6

70,9

2022

20,8

79,0

2023

21,0

85,7

2024

21,2

90,9

2025

21,4

94,2

2026

21,6

95,2

2027

21,8

93,3

2028

22,0

88,1

2029

22,0

75,7

2030

22,0

54,8

 


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