Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 069 - 26.11.2012

Keine Gewalt gegen Frauen 26.11.2012

Zur Fahnen-Aktion anläßlich des  des internationalen Gedenktages „Nein zu Gewalt gegen Frauen“ am 25.11.12 erklärte Britta Brandau, Vorsitzende der DGB-Frauen Stadtverband Frankfurt heute in Frankfurt am Main.

In Frankfurt am Main gibt es 3 Frauenhäuser mit 128 Plätzen. Die Frauenhäuser sind immer belegt und die Nachfrage nach Plätzen kann nicht befriedigt werden.

Die Forderung nach einer verbindlichen und kostendeckenden Regelung im Bereich der Frauenhausfinanzierung unabhängig vom Einzelfall (d.h. nicht über Tagessätze) ist ungebrochen aktuell und aktueller denn je. Die Stadt Frankfurt am Main, Länder und die Bundesregierung müssen hier endlich gemeinsam Verantwortung übernehmen und sicherstellen, dass in jede von Gewalt betroffene Frau für sich und ihre Kinder sofortige kostenfreie Hilfe in Form von Schutz, Unterkunft, Beratung und Unterstützung in Anspruch nehmen kann.

Die Frauenhäuser in Frankfurt am Main müssen sich endlich  einer ausreichenden institutionellen Finanzierung sicher sein, die unabhängig von politischen Mehrheiten und Sparvorgaben langfristig bestehen kann.

Bereits 2003 haben die Mitarbeiterinnen der Frauenhäuser und Beratungsstellen ein umfassendes Konzept für Interventionsarbeit im Rahmen von Frauenhaus-Beratungsstellen vorgelegt. Derzeit werden fachliche Standards für Interventionsstellenarbeit von der Landesarbeitsgemeinschaft erarbeitet. Diese beinhalten, dass

  • in jeder Interventionsstelle zwei Beraterinnen (eine volle Stelle) arbeiten,
  • die Mitarbeiterinnen (Sozialpädagoginnen/-arbeiterinnen, Pädagoginnen, Psychologinnen, Soziologinnen etc.) neben allgemeinen Kenntnissen und Erfahrungen der Sozialarbeit über Beratungserfahrung mit gewaltbetroffenen Frauen und rechtliche Kenntnisse zu polizei-, zivil-, familien-, zuwanderungs- und strafrechtlichen Schutzmöglichkeiten in Fällen Häuslicher Gewalt verfügen und
  • die Mitarbeiterinnen der Interventionsstellen regelmäßig Supervision und fachspezifische Fortbildung in Anspruch nehmen.

Bisher wurden nur einige Interventionsstellen als „Modellprojekte“ finanziert oder einige Beratungsstellen erhielten geringe Mittel im Rahmen der Kommunalisierung zusätzlich.

Dies ist aus unserer Sicht völlig unzureichend, zumal die Fallzahlen Häusliche Gewalt der Polizei von Jahr zu Jahr steigen.

Für eine flächendeckende und bedarfsgerechte Versorgung mit Interventionsstellen fordern wir deshalb, dass vorhandene Kapazitäten der Frauenberatungsstellen aufgestockt werden.

Britta Brandau, Vorsitzende der DGB Frauen Frankfurt

26.11.2012 Keine Gewalt gegen Frauen

Horst Koch-Panzner


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