Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 222 - 08.05.2020

Neue Tiefschläge für Frankfurter Galeria-Beschäftigte: Erst Kurzarbeitergeld, dann Schutzschirm-Insolvenz

Für die Beschäftigten der Galeria-Karstadt-Kaufhof-Filialen in Frankfurt und der Region spitzt sich die Situation seit Mitte März weiter zu. Erst kurz vor Weihnachten 2019 schloss der krisengeschüttelte Konzern einen Tarifvertrag mit der Gewerkschaft ver.di zur Standort- und Beschäftigungssicherung bis Ende 2024 ab, unter weiterem Verzicht der Beschäftigten auf Einkommen, insbesondere das komplette Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Trotzdem erfolgte nach einem halbmonatigen Bezug von Kurzarbeitergeld im März eine Schutzschirm-Insolvenz ab 1. April: nun haben die Beschäftigten erneut Angst um ihre Zukunft – und vor „weiteren Management-Fehlern“.

„Die Beschäftigten bei Karstadt erleben gerade ihren fünften Sanierungstarifvertrag seit 2004. Wir tragen seit 16 Jahren alle Schicksalsschläge des Unternehmens mit – mit großem persönlichem Engagement und vor allen Dingen unter großem finanziellem Verzicht“, so der Betriebsratsvorsitzende Norbert Sachs der Galeria-Karstadt-Filiale auf der Frankfurter Zeil. Schon bei der Karstadt-Insolvenz im Jahr 2009 hatten viele Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verloren. Filialen wurden geschlossen und Personal wurde abgebaut.

„Mit jeder Sanierung und auch nach der Insolvenz wurde in der Firma umstrukturiert oder neu organisiert und das war nie zum Vorteil der Beschäftigten. Waren es 2009 Managementfehler, die uns in die Insolvenz getrieben haben, so ist es aktuell das Corona-Virus.“ Vor der jetzigen Insolvenz sparte das Unternehmen nach seiner Schätzung rund 13 Prozent der Personalkosten gegenüber dem Flächentarifvertrag des Einzelhandels. Galeria geriet trotzdem, bedingt auch durch die Corona-Pandemie, in eine neuerliche Schieflage. „Wir hoffen, dass unser Management mit den bisherigen Einsparungen bei den Beschäftigten so verantwortungsvoll umgeht, dass keine weiteren Beiträge von uns für den Fortbestand des Unternehmens notwendig werden.“ Seit der Eröffnung des Schutzschirminsolvenzverfahrens seien erneut Gerüchte über Standortschließungen und Entlassungen im Umlauf.

 


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