Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 008 - 08.02.2013

DGB-Frauen Frankfurt sagen „nein“ zum Entwurf des Kinderförderungsgesetzes

Britta Brandau, Vorsitzende der DGB-Frauen Stadtverband Frankfurt, erklärte heute auf der Sitzung der DGB-Frauen in Frankfurt am Main.

„Er ist völlig unzureichend und geht an den Bedürfnissen der Kinder und der Eltern vorbei“. Der Gesetzentwurf wird zu Kürzungen bei der zukünftigen Berechnung der Pädagogischen Fachkräfte führen. „Damit kann der Anspruch auf Bildung, Erziehung und Betreuung in der frühkindlichen Entwicklungsphase nicht aufrecht erhalten werden“, so Britta Brandau. „Die Zulassung vom fachfremden Personal wird zu einer weiteren Abwertung des Berufes führen. Die gute Arbeit der Erzieher und Erzieherinnen wird mit dem vorliegenden Entwurf mit Füßen getreten“.

Die Änderung der gruppen- durch eine „kind“-bezogene Landesförderung führt zu einer Verschlechterung der Gruppengrößen. Für die Träger bedeutet dies, dass sie die volle Förderung nur dann erhalten, wenn die Gruppen zum Stichtag 01. März voll ausgelastet sind und das bei höheren Gruppengrößen als zuvor. In Gruppen von Kindern bis zu drei Jahren dürfen zukünftig bis zu 16 Kindern betreut werden, derzeit gilt als Gruppengröße zehn Kinder (Mädchen und Jungen zusammengerechnet). Ab drei Jahren sollen es dann künftig 25 Kinder in einer Gruppe sein. Umgekehrt bedeutet dies, dass wenn diese Größe unterschritten wird, es dafür keine entsprechende Landesförderung gibt. Für Frankfurt am Main würde das bedeuten, das die Gruppenstärke auf bis zu 4 Kinder erhöht werden muss.

Die DGB-Frauen sind der Auffassung, dass „hier die Qualität abgebaut werden solll“. Insbesondere Kinder mit besonderen Bedürfnissen wie z.B. Sprachdefiziten oder solche, die besondere Aufmerksamkeit brauchen, werden in den großen Gruppen kaum wahrgenommen werden bzw. gezielt gefördert werden können.

Ein weiterer, definierter Mangel des Gesetzentwurfes ist es zudem, dass es keine Freistellungen für die Leistungskräfte und keine Vor- und Nachbereitungszeiten für die pädagogischen Fachkräfte vorsieht. Damit entspricht der Entwurf in keiner Form den heutigen Anforderungen nach einer qualitativ hochwertigen Bildung.

Es ist zu befürchten, dass dieser Gesetzentwurf auch nicht dazu beiträgt, den Beruf des Erziehers bzw. der Erzieherinnen attraktiver zu machen und damit dem Fachkräftemangel entgegenwirkt. Es fehlen zum August in Hessen 3000 Fachkräfte. Die DGB-Frauen, die Erzieher und Erzieherinnen in Frankfurt am Main werden sich gegen dieses Gesetz wehren. Sie werden mit Engagement für eine gute Bildungspolitik und -arbeit in Frankfurt, die ihren Ansprüchen gerecht werden muss, eintreten.

Die DGB-Frauen sind sich mit der Bildungsdezernentin in Frankfurt einig:

Wir wollen keine Verwahranstalten, sondern  Bildungseinrichtungen!

Britta Brandau


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DGB Büro in Frankfurt am Main